Die Rechtsabteilung als Anbieter von Produkten

Shownotes

Interview mit Carsten Muth, General Counsel der ZEAL Network SE, zum Thema "Die Rechtsabteilung als Anbieter von Produkten".

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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:06: Mein Name ist Patrick Prior, ich begrüße heute ganz herzlich Carsten Muth.

00:00:09: Er ist General Counsel der SEAL Group.

00:00:12: Hallo!

00:00:13: Hallo Herr Prior.

00:00:14: Schön dass ich da sein kann.

00:00:15: Gerne.

00:00:16: Unser Thema erlaubt heute die Rechtsabteilung als Anbieter von Produkten.

00:00:20: Das hatten sie sich ja so ein bisschen gewünscht, hat er gesagt haben.

00:00:23: darüber sprechen wir mal.

00:00:24: Auch weil es sicherlich sehr spannend ist für die ganzen Zuhörerinnen und Zuhöre, die wir haben nicht nur die aus der Rechtsabteilung sondern natürlich auch die aus den Wirtschaftskanzleien, die immer Interesse daran haben was denn die Rechtsabteilungen machen und deren Kunden sind.

00:00:41: Was ist denn genau gemeint mit die RechtsAbteilung als Anbieter von Produkten?

00:00:45: Welche Produkte wären das?

00:00:48: Ja, also grundsätzlich ist das Thema Produktangebot der Rechtsabteilung etwas was wahrscheinlich auch nicht nur uns als Rechtsabteilungen sehr bewegt und beschäftigt.

00:00:59: Am Ende ist darunter zu verstehen dass man sich von einem Schwerpunkt Dienstleistung weg bewegt in ein Angebot, eine Rechtsabteilung, ein internes Angebot an das Unternehmen wo es dann um fertige Produkte wie zum Beispiel Vertrags-Selfservice oder eben auch eine Rechtsberatung die vorkonfiguriert im Unternehmen abrufbar ist aber mehr als Produkt und weniger als Dienstleistungen zu verstehen.

00:01:26: Das ist das meine Sicht auf diese Veränderung der Rechtsabteilung.

00:01:31: Ja.

00:01:33: Wie ist das denn dann konkret bei Ihnen?

00:01:35: Sie haben ja gesagt, wir können auch ein bisschen darüber sprechen was die SEAL Group so macht.

00:01:38: vielleicht mal ganz kurz nochmal eben zuvor Was macht denn die SEEL Group überhaupt und seit wann sind sie da?

00:01:45: Was machen Sie dort?

00:01:47: SEAL Network SE ist ein online Lotteriefermittler in Deutschland.

00:01:51: Wir vermitteln staatliche Lotterien an staatlichen Veranstalter Haben aber mittlerweile eben auch eigene Lotterien in der Veranstaltung, die Traumautoverlustung und Traumhofsverlustungen sind zum Beispiel derzeit bekannteigende veranstaltete Produkte.

00:02:08: Im Wesentlichen sind wir aber eben ein Internet-Glücksspielanbieter unter anderem aber auch Börsen notiert das heißt eben auch von der Regulierungsseite im Kapitalmarkt erhöhten Anforderungen ausgesetzt.

00:02:22: Das ist sicherlich eine spannende Aufgabe als General Counsel da.

00:02:26: Was sind da so vielleicht die speziellen Dinge, die in so einer Art von Firma anfallen?

00:02:32: Ja also klassisch fange ich mit dem Kapitalmarkt an.

00:02:36: das ist also Klassisch Corporate Governance, Corporate Housekeeping.

00:02:41: Da komme vielleicht auch später zu dass der geeignet ist für Automatisierung hier und dar.

00:02:47: dann aber auch der volle Teil des E-Commerce, der E-commerce Anforderungen.

00:02:54: sprich also klassische Verträge Influencer Marketing aber eben auch BtoB Software Verträge und das Thema KI und Datenschutz ist natürlich sehr relevant.

00:03:05: Wir haben mehrere Millionen Kunden sprich wir sind auch sehr IT getrieben als Unternehmen und insofern ist eben auch das IT recht sehr relevant bei uns im Unternehmen.

00:03:18: Kommen wir doch mal direkt zu den Produkten.

00:03:22: Was wurde denn dort quasi entwickelt?

00:03:25: oder was können Sie da quasi dann anbieten im Endeffekt?

00:03:29: Ja, wir haben uns schon seit Längerem damit beschäftigt und insofern ist ja auch das Toolangebot seit den letzten Jahren immer besser werden für Rechtsabteilungen.

00:03:39: Das fängt natürlich an mit dem Vertragsmanagement, mit dem wir uns schon sehr lange beschäftigt haben und wo wir mittlerweile aber auch ein Tool einsetzen, das sogenannte Vertragsworkflows und Automatisierungen anbietet.

00:03:54: Das heißt wir haben uns dann hingesetzt um geschaut welche Verträge kommen denn häufiger und wiederholt bei uns auf den Tisch?

00:04:02: Und noch besser welche Vertrege brauchen denn vielleicht gar nicht so viel rechtliche Durchsicht und Anpassung, welche Verträge werden nicht verhandelt oder meistens nicht verhandelt.

00:04:14: Zum Beispiel das fängt halt bei den klassischen NDA an die sehr viel Vorkommen wo aber kaum eigentlich verhandelte wird zumindest bei denen die bei uns relevant sind.

00:04:28: dann kommen aber auch Marketingverträge Influencer Agreements oder zum Beispiel die Beauftragungen eben von freien Mitarbeitern Freelancers die Compliance spezifisch sehr anspruchsvoll ist, aber eben auch gut automatisierbar ist.

00:04:43: Wo wir jetzt mittlerweile sehr gute Prozesse eingeführt haben und Workflows, die dazu führen dass wir von diesen mehreren hunderten Vertragstypen pro Jahr gar nicht mehr so viele bei uns auf dem Tisch haben und uns mit diesem beschäftigen müssen.

00:04:59: das heißt es geht für beide Seiten deutlich schneller.

00:05:02: für uns also wir sind am Ende in der Rechtsabteilung Ein bottleneck, auf das dann am Ende des Businesses Marketing wartet.

00:05:11: Sondern am Ende geht es relativ schnell.

00:05:14: der Kunde im Unternehmen kann sich eben diesen Vertrag selbst zusammenstellen auf Basis der von uns vorgefertigten Templates und das Tool sorgt dafür dass von diesen Templates nicht abgebichen wird.

00:05:27: in der Regel für das eben auch dazu Durchschnittliche Laufzeit von Verträgen, von sieben Tagen haben.

00:05:35: Also von Erstellung bis zu Unterschrift und eben auch automatischen Ablage im Vertragsmanagement bis eben der durchschnittlich die durchschnittliche Dauer sieben Tage.

00:05:45: Und das ist für beide beteiligten Seiten einfach ein großer Zeitgewinn.

00:05:51: Oh ja!

00:05:51: Das klingt auf jeden Fall sehr schnell.

00:05:53: Jetzt habe ich am Anfang nicht gefragt seit wann sind Sie denn dort General Counsel oder überhaupt tätig?

00:06:00: Ich bin schon sehr lange im Unternehmen mittlerweile über fünfzehn Jahre spricht aber eben auch dafür, wie sich dieses Unternehmen immer wieder neu erfindet.

00:06:14: Und diese fünfzehnte Jahre muss ich sagen kommen mir vor wie fünf beziehungsweise auch in fünf verschiedenen Unternehmen also insbesondere die.

00:06:24: Die Veränderung auch in der Technologie ist bei uns im Unternehmen eben auch sehr, sehr relevant und macht es einfach auch super spannend.

00:06:32: Wobei sie die fünfzehn Jahre wie im Flug vergangen sind.

00:06:35: Ja darauf wollte ich eigentlich hinaus.

00:06:37: wenn Sie so lange da sind dann haben Sie natürlich den den Überblick was über die jahre technologisch passiert ist ja also dieses ganze Liegeltag auch von Begriff her und so weiter.

00:06:47: das war ja alles.

00:06:48: zu zwei tausend sechzehntin achtzehn fing man ja so an in Deutschland viel drüber zu sprechen.

00:06:54: War das dann damals gleich schon ein Thema, so Workflow Software vielleicht zu testen erstmal?

00:07:00: Oder kam es dann doch einfach von den Software Anbietern die man sowieso hatte dass sie gesagt haben hey wir updaten jetzt hier.

00:07:06: Wir haben was Neues.

00:07:08: wie sind Sie damals da vorgegangen auch um Sachen zu finden?

00:07:12: vielleicht ja.

00:07:14: also ich muss sagen für mich persönlich ist seit fünf oder so fünf bis sieben Jahren eigentlich erst eine große Veränderung zu bemerken in den Tools auch, was die Einführungen von Tools angeht.

00:07:28: Ich glaube das erste Vereinfachung fand statt dass eben sehr viel Browser basiert und eben Cloud basiert stattfinden kann.

00:07:36: Früher erinnere ich zumindest Thuleinführung eher als sehr aufwendig viel fordernder, was eben die Spezifizierung angeht.

00:07:47: Es waren weniger Standard-Softwareprodukte, die man selbst anpassen konnte, sondern man musste dann meistens auch ein großes Anpassungspaket mit beauftragen, das eben auch höhere Summen, höhere Investments, höheres Risiko mit sich brachte.

00:08:03: und in den letzten Jahren hat sich da aus meiner Sicht der Markt sehr zum Vorteil von uns als Kunden verändert.

00:08:13: hat auch die Möglichkeit mehrere Tools, auch mal auszuprobieren.

00:08:16: Das war auch bei uns eben der Fall.

00:08:18: Wir haben zum Beispiel jetzt das Vertragsmanagement, dass wir heute haben – das ist nicht das erste Vertragsmanagement sondern wir haben zwei andere Vertragsanagements vorher auch durchaus eingeführt und am Ende dann für nicht gut befunden weil sich eben auch Unternehmensprozesse verändern nicht mehr so schwer ist, dass man jetzt einen Anbieter wechselt.

00:08:42: Also der Wettbewerb und der Lock-in ist aus meiner Sicht auch nicht mehr groß wie früher, sodass man auch vielmehr Möglichkeiten hat Dinge auszuprobieren.

00:08:53: Und so hat sich das dann auch im Rahmen der wechselnden Anforderungen und Möglichkeiten ergeben, dass wir mittlerweile wirklich sehr viele Tools aber toolbasiert arbeiten und das auch mittlerweile als großen Schritt eben in diese Transformation der Rechtsabteilung sehen.

00:09:16: Und dass auch Teil unserer Strategie, wesentlicher Teil unseres Strategien geworden ist.

00:09:21: Ich würde gerne nochmal ein bisschen genauer fragen.

00:09:24: also Sie können ja Tools auch nennen wenn sie möchten.

00:09:27: vom Namen ist kein Problem.

00:09:30: ich würd gern mal wissen Also entweder mit Namen oder eben, was die denn so tun.

00:09:33: Wie viel sind dann da so im Einsatz?

00:09:35: Was tun sie denn so und ist auch sowas ein im Einsatz wie?

00:09:40: also ich nehme mal hat vielleicht eine Microsoft Umgebung oder ähnliches?

00:09:43: können Sie auch noch mal sagen Und dann was es dann mit KI wird also dieser allgemeinen KI Systeme werden da auch etwas benutzt.

00:09:49: Also ChatGPT, Claude und wie das alles heißt.

00:09:53: Also wenn man so ein bisschen so eine Übersicht hat, was bei Ihnen so alles läuft.

00:09:57: Ja Also klar, klassisch das Unternehmen setzt Microsoft Office Studio Six Five ein.

00:10:04: Das heißt SharePoint und die ganze Office Umgebung ist quasi das Standard Werkzeug insbesondere natürlich der Corporate Abteilungen wie die Rechtsabteilung.

00:10:15: Und daneben haben wir natürlich auch eine Open AI, Chatchivity Enterprise Lizenz jetzt neuerdings aber auch Claude im Einsatz.

00:10:27: Und daneben haben wir eine Rechtsabteilung als Vertragsmanagement Ironclad derzeit im Einsatz.

00:10:34: Das ist eben das Tool mit sehr viel Workflow, Möglichkeiten und Self-Servicemöglichkeiten.

00:10:43: Ansonsten haben wir als KI-Tool noch ein spezifisches Tool in der Rechtsabteilung, das ist Libra Ein sogenannter Rapper, der dann am Ende auch natürlich OpenAI und Claude einsetzt.

00:11:02: Verschiedene Modelle zur Auswahl an.

00:11:04: Aber Hintergrund von Libra ist insbesondere eben dort die

00:11:10: auf

00:11:10: zumindest Dokumentenbasis bessere Vertraulichkeitssituation das zuletzt bei OpenAI nicht möglich war, sodass wir eben spezifische sensitive Daten die gerade in der Rechtsabteilung natürlich vorliegen, eben nur mit Libra verarbeiten.

00:11:31: Ja klar das ist ja immer so ein Ding gewesen.

00:11:33: ChatGPT und ähnliches im Einsatz im Unternehmen, nicht nur eine Rechtsabteilung.

00:11:38: was lädt man hoch?

00:11:39: Wo kommt das an?

00:11:41: Wer hat dann die Daten und wo liegt es

00:11:43: usw.?

00:11:44: Das ist immer ein Problem aber dafür gibt's ja auch mehrere Anbieter die das machen.

00:11:51: Ist denn da, also ich meine bei KI kann man das ja auch so ein bisschen nehmen aber ist da quasi was selbst entwickelt es irgendwie bei beziehungsweise?

00:12:01: Ja oder dass das jetzt nicht.

00:12:02: Also soweit braucht man auch nichts.

00:12:04: Nee, ich glaube das ist auch gerade eine Entwicklung die eben auch stattfindet.

00:12:08: Gerade jetzt mit Claude muss ich sagen Weiß ich auch jetzt nicht, ob wir in zwölf Monaten zum Beispiel noch drei verschiedene KI-Tools haben.

00:12:18: Da gibt es natürlich spezifische Anforderungen und unterschiedliche Abteilungen.

00:12:22: Ich persönlich bin von Claude sehr beeindruckt was die Möglichkeiten eben gerade für die Rechtsabteilung auch für die deutsche Rechtsabteilung betrifft.

00:12:32: Das ist wirklich ja sehr beeindruckend was man da schon ohne Code-Kentnisse bauen kann als Workflows oder eben auch als Dashboard in bestimmten Situationen.

00:12:50: Das ist schon sehr beeindruckend, aber kommt eben auch mit anderen Herausforderungen dieses neue Tool.

00:12:56: Das es halt diese ständige Veränderung der man sich natürlich entsprechend stellen muss.

00:13:01: Aber unter dem Strich nicht macht das derzeit noch sehr viel Spaß.

00:13:07: tiefe Auseinandersetzung damit neben dem normalen Beruf natürlich.

00:13:12: Ich meinte das auch gerade so ein bisschen, jetzt nicht in die Richtung ob sie da als Anfang was zu programmieren oder so.

00:13:17: Das gibt es auch, gab's auch ja vor allem in der Anfangszeit von ein paar Jahren wo es eben nicht die Möglichkeiten gab, wo auch gar nicht viel KI war heute machen dass ja wenn man das machen würde macht man dann wieder über dieses ganze Vibe Coding ist dann wieder etwas anderes.

00:13:32: ich meinte mehr mit selbst entwickeln meine ich halt innerhalb von den gegebenen Tools quasi Workflows selbst entwickelten selbst entwickeln, wie ich mal sagen.

00:13:44: Solche Dinge ja?

00:13:46: Was sind denn da so interessante Sachen für die Zuhörerinnen und Zuhörer?

00:13:49: vielleicht was sie da in dieser Richtung entwickelt haben?

00:13:52: Was ist der interessante Workflows vielleicht?

00:13:55: Ja also wir haben... Also ich will da auch ganz offen sein Wir sind da auch noch am Ausprobieren Und wir sind sicherlich nicht wirklich auf einem Level wo wir sagen dass wir dieses Thema komplett im Griff haben und das wir die besten Workflows schon haben, die nicht mehr zu optimieren sind.

00:14:09: Sondern am Ende ist derzeit auch unser Fokus darauf, die Tools wirklich auszuprobieren und wirklich ein bisschen auszureizen und an die Grenze zu bringen und zu schauen wo dann die Grenzen des Tools sind und wo kann man sie einsetzen?

00:14:24: Ich hatte jetzt persönlich gerade in der letzten Zeit unheimlich beeindruckende Ergebnisse mit Claude aber auch mit Libra.

00:14:34: Ich kann sagen, ich habe zum Beispiel natürlich für die Protokolle in den verschiedenen Gremien-Setzungen.

00:14:42: Kann man jetzt eben noch nicht ein automatisches Transkript nutzen, sondern da geht es meistens darum dass man auch nochmal so einen Corporate Governance Check macht auf den Protokollenwürfen und natürlich Formulierungen quasi verbessert und dafür eignen sich natürlich die Large Language Modelle sehr, sehr gut.

00:15:05: Was im Corbett-Bereich sehr vielversprechend ist, muss ich sagen, ist ein sogenannte Beschlussgenerator.

00:15:11: Wir sind ja eine Gruppe, das heißt wir haben viele Tochtergesellschaften und auch Limited.

00:15:16: Und da gibt es natürlich immer wieder auch Beschlussdokumentationssituationen, wo man dann früher in der alten Welt auf Templates gearbeitet hat die aktualisiert hat und dann entsprechend die neuen und aktuellen Beschlussinhalte eingefügt hat.

00:15:32: Mittlerweile kann man das wirklich sehr gut darstellen über Workflows, die dann automatisch schon auf dem Unternehmenswissen, auf den Corporate Governance Dokumenten wie Satzungen und Geschäftsordnungen aufsetzen Man zum Beispiel nur noch ein HGB Abschluss hoch lädt und automatisch der Beschluss dazu für die erforderlichen Gremien erstellt wird.

00:15:56: Und mein nächster Schritt wäre jetzt, da bin ich noch nicht aber das sollte technisch eben gehen dass man diese Tools dann auch mit DocuSign anbindet und automatische den Workflow überleitet, der dann diese Beschlüsse auch den jeweiligen Gremien und unterschreibenden Personen zuleitet.

00:16:14: Und dann entsprechend wie im Vertragsmanagement eine automatische Ablage auf dem Sharepoint erzeugt.

00:16:20: Das wäre jetzt so mein Idealbild und am Ende der perfekte Workflow, den man dann selbst bauen kann.

00:16:27: Ich glaube mit Claude geht das aber ja aktuell.

00:16:30: muss ich sagen fehlt mir hier und da noch die Zeit mich hinzusetzen und das Thema dann auch mit Claud auszuprobieren und zur Schule funktioniert.

00:16:39: Aber ich glaube dahin geht es am Ende in der Zukunft dass eben genau solche Sachen nicht mehr manuell erledigt werden, sondern dass das eben in dem Workflow sehr gut abgebildet werden kann.

00:16:52: Weil dort die Datenlage und Informationslage einfach auch ja sehr statisch ist um das dann eben auch zuzulassen.

00:17:02: Und ansonsten haben wir natürlich also gerade was so größere IT- und Saasverträge angeht.

00:17:08: Sehr gute Erfahrungen gemacht wo wir auch in der Situation sind mit großen Anbietern auch nicht immer in der Lage sind, Verträge zu verhandeln.

00:17:17: Sondern wir im Prinzip auch nur eine Prüfung machen was sind hier Non-Standardrisiken?

00:17:23: Was ist am Ende die risikomitigierenden Maßnahmen im Unternehmen, die dann am Ende sicherstellen dass die Klausel eingehalten wird oder der Vertrag eingehalten werden?

00:17:33: und da kann man natürlich auch sehr gute Skills mit Claude bauen Unternehmensspezifische Prüfung und Risikobewertungen geben, mit einem Katalog an Maßnahmen die man dann im Unternehmen umsetzen sollte um eben diesen Vertrag einzuhalten.

00:17:51: Also

00:17:51: das sind Sachen

00:17:52: die beschleunigen uns erheblich in der Rechtsabteilung.

00:17:56: also was man früher einen Tag gemacht hat kann man jetzt an dem Nachmittag erledigen.

00:18:01: Das ist schon ein

00:18:02: großer Vorteil?

00:18:04: Ja, das ist natürlich ein Riesenvorteil absolut.

00:18:07: Ich frage mich so ein bisschen... Sie haben jetzt gerade sowas gesagt wie dass sie da nicht so führend sein oder so, ja?

00:18:13: Mag sein!

00:18:14: Da gibt es vielleicht noch andere Rechtsabteilungen die besser sind aber es gibt vor allem sehr viele die gar nicht soweit sind.

00:18:19: Die sind wahrscheinlich auch hier bei mir im Podcast.

00:18:23: Viele haben schon das Thema Digitalisierung bis hin zu KI auf dem Schirm weil man es überall irgendwie hört.

00:18:31: Aber die Umsetzung im Alltag ist eben schwer.

00:18:34: Und ich frage mich so ein bisschen aus der Erfahrung, weil sie ja eben doch schon empfinde ich jedenfalls schon viel gemacht haben und vor allem auch weitere Ideen haben.

00:18:43: Kommt die Idee etwas umzusetzen?

00:18:46: Kommt das aus dem Tool?

00:18:48: kommt das aus der Idee, dass man sagt okay.

00:18:50: Das ist mein normaler Workflow und da will ich jetzt mal schauen was kann ich da verbessern digital mit KI vielleicht oder ohne auch?

00:18:59: Wo kommt das her?

00:19:00: und wie kommen Sie dann selber auf die Idee zu sagen ja mit dem Tool kann ich das machen oder vielleicht gibt es auch etwas anderes oder so wie offen ist man da?

00:19:08: Wie sehr schauen sie vielleicht auch nach anderen Sachen?

00:19:11: Das würde mich mal interessieren.

00:19:12: Ja ist eine gute Frage.

00:19:13: also ich glaube man braucht schon So ein Eigeninteresse an der Thematik und die hilft uns als Team.

00:19:22: also zumindest sind wir halt auch in einem IT getriebenen Unternehmen natürlich grundsätzlich sehr nah am Sachverhalt dran.

00:19:30: Das heißt, wir haben hier eine große Entwicklungsabteilung, die an unserer Plattform arbeitet.

00:19:36: das heißt Wir sind immer ausgesetzt auch an den neuen Trends.

00:19:43: Vielleicht passt das auch dazu, am Ende ist eben nur ein Software-Entwicklungsabteilung auch ein ganz guter Impulsgeber.

00:19:48: Weil ich habe gerade neulich einen internen Vortrag von einem Softwareentwickler gehört wie die arbeiten und musste schmunzeln weil am Ende genau der tägliche Ablauf teilweise relativ ähnlich sind nämlich auch natürlich am Prompten und am Reviewn und am Überprüfen, was am Ende die KI ausgibt.

00:20:09: Und ich muss sagen das ist auch immer mehr in der Rechtsabteilung natürlich so dass man, dass man promptet und schaut, was ist das Ergebnis?

00:20:17: Ist das Ergebnis dann am Ende genügendes Qualitätsanforderungen und ist es eben das, was man erwartet?

00:20:26: Ich glaube daraus ergibt sich dann am ende ein bisschen die Experimentierfreudigkeit glaube ich in einer relativ guten Umgebung hier bei SEAL auch nutzen können und am Ende dann auch zum Beispiel den Test von Tools überführen können, weil das halt bei uns in der Unternehmenskultur auch möglich ist.

00:20:49: Ich glaube es gehört ganz zwingend dazu dass man eben in einer Organisation ist wo man eben Dinge ausprobieren kann oder eben auch mal parallel zwei verschiedene Use Cases laufen lässt.

00:21:02: Und wir haben das in der Abteilung auch, ich sag mal so.

00:21:05: Das ist bei uns auch ein bisschen so'n Softskill den wir mittlerweile auch einfordern von allen die bei uns an der Abteilung arbeiten.

00:21:14: Ich nenne es immer so einen LegalOps Mindset dass man einfach ruhig immer überlegt wie kann ich meinen also sobald ich einen Arbeitsschritt zwei drei Mal gemacht habe Wie kann ich den so automatisieren, dass sich ihn vielleicht demnächst nur noch kurz mir mal anschauen muss.

00:21:31: Ob das Ergebnis passt aber ich ihn am Ende nicht nochmal selbst erledigen

00:21:35: muss?

00:21:35: und das ist quasi bei uns auch im Team grundsätzlich vorhanden.

00:21:40: diese Experimentierfreudigkeit und Das führt eben dazu, dass wir regelmäßig Tools uns angucken Und eben auch mit diesen Tools experimentieren.

00:21:52: Das fühlt mich auch gleich.

00:21:52: schon zur nächsten Frage und zwar wenn ich ab und zu mal mit Leuten aus Rechtsabteilungen spreche, Juristen, Juristinnen.

00:22:02: Manche haben die Meinung, dass es vielleicht in ein paar Jahren wann auch immer das sein wird.

00:22:06: Immer so dieses typische fünf Jahre oder so könnte auch länger sein, vielleicht auch weniger weil man das eben wenn's um KI geht ja auch selten weiß wie schnell da die Skalierend vielleicht die Entwicklung ist.

00:22:19: Könnten Sie sich vorstellen was manche sagen?

00:22:21: Dass vielleicht in den paar Jahren der General Council ... wer auch immer da noch alles arbeitet.

00:22:27: Eigentlich nur noch eine KI anweist, die im Endeffekt also KI-Verbindung mit Software natürlich auch ja... ...die also sehr viel automatisiert macht und man eigentlich nur noch drüberschaut, schaut das es korrekt ist so human in the loop ein bisschen ist.

00:22:46: ja die Idee könnte sich vorstellen dass es in paar Jahren so wird und dadurch ja auch den Beruf sehr verändern würde.

00:22:54: Also ich glaube ja, wenn ich ehrlich bin.

00:22:57: Ich glaube schon dass sich der Beruf in den nächsten fünf und auf jeden Fall zehn Jahren erheblich verändert.

00:23:04: Vielleicht wird es in Deutschland auch aus berufsständischen Gründen ein bisschen, bei berufrechtlichen Gründen, ein bisschen länger dauern.

00:23:13: das hat sicherlich auch Vorteile, dass es jetzt nicht zu schnell geht.

00:23:21: Es deutlich schneller geht und am Ende wird das natürlich auch eine Entwicklung sein, die uns betrifft.

00:23:25: Ich finde es aber gar nicht so negativ ehrlich gesagt weil ich glaube, am Ende ist es ein Kompromiss bzw.

00:23:31: ein Mittelmaß.

00:23:34: Und wenn ich ehrlich bin, die Themen, die mir die KI und die Workflows abnehmen, sind die Themen noch nie wirklich... Spaß gemacht haben, also zum Beispiel jetzt NDA-Templates zu aktualisieren oder mit Vertragspartnerdaten auszufüllen.

00:23:51: Das war jetzt ja noch nie wirklich was wo der Mensch wirklich der sinnvolle Einsatz ist.

00:23:57: insofern glaube ich schon dass wir am Ende mehr Zeit gewinnen auch für die komplizierten Sachen und strategischen Fragen im Unternehmen.

00:24:08: das heißt wir werden als Juristen sicherlich viel mehr in die strategische Arbeit natürlich dann auch gehen können und dafür auch Zeit haben, was durchaus ein ja positives Ergebnis aus meiner Sicht ist.

00:24:23: Aber ich denke auch das selbst in den Bereichen, strategische Bereiche, die KI auch viel machen können wird wenn sie es nicht jetzt schon etwas tut aber wahrscheinlich noch viel mehr oder?

00:24:34: Ja also als Coach Ja, als Diskussionspartner muss ich sagen nutze ich KI immer häufiger.

00:24:45: Weil man dort einfach sehr gut auch seine eigenen Gedanken durchaus kritisch nochmal hinterfragen kann, sortieren kann noch mal anderen Input dazu packen kann.

00:24:57: also insofern... Also derzeit sehe ich da nur Positives und einfach die Möglichkeit schneller und zu besseren Ergebnissen zu kommen.

00:25:09: Wie ist das denn?

00:25:09: Ich habe es ganz am Anfang ja mal angesprochen, wenn man jetzt schon über die Zukunft ein bisschen spricht.

00:25:14: Aus Ihrer Sicht natürlich mit den Erfahrungen, die Sie haben in der SEAL Group als... Auslagerungsarbeit für Kanzlein.

00:25:24: Ich weiß nicht, ob da viel bei Ihnen anfiel oder wenig eher... Wie wird sich denn das vielleicht verändern?

00:25:30: Weil natürlich die Theorie ja auch ist umso weniger dort also mehr dort mit KI gemacht wird und so weniger muss ich vielleicht noch an externe Kanzlei geben!

00:25:39: Und das ist natürlich auch wieder sehr spannend für die Zuhörerinnen und Zuhöre, die wir haben aus den ganzen Kanzley-Bereichen Wirtschaftskanzleien Ja was würden sie denn dafür eine Prognose geben wenn man das möchte nächsten fünf bis zehn Jahre so schwierig das auch ist.

00:25:54: Aber was könnten Sie sich da vorstellen, dass da weniger anfällt?

00:25:58: Vielleicht weil die KI dann mehr Möglichkeiten bitte selber etwas zu machen oder ist es doch nicht so?

00:26:03: Was meinen Sie?

00:26:05: Ja also ich glaube auch da beteilte sich sicherlich in verschiedene Bereiche auf.

00:26:09: Ich glaube schon, dass wir jetzt schon bestimmte Themen haben, die vielleicht vom zum Beispiel Risiko nicht so hoch zu bewerten sind aber Dann doch in Haus zu viel Arbeit machen würden, um das dann am Ende selbst zu machen.

00:26:24: Das hat man früher vielleicht auch aus Kapazitätsgründen mal rausgegeben.

00:26:28: Das sind glaube ich Sachen und Fragestellungen die zukünftig dann doch eher in Haus gemacht werden können natürlich immer nur im Bereich von dem er wirklich auch was versteht.

00:26:38: also das ist bei mir auch so noch zumindest dass ja die rote Linie Also ich vertraue der KI immer weniger in den Bereichen von denen ich selbst weniger verstehe, also Steuerecht oder sowas.

00:26:51: Da würde ich jetzt mich noch nicht auf KI verlassen im Unternehmenskontext aber im IT-Recht das was wir alltäglich machen da nutzen wir natürlich dann schon die KI Möglichkeiten um Themen auch in Haus zu machen, die wir früher rausgegeben haben.

00:27:06: Auf der anderen Seite glaube ich wird es immer Spezialbereiche geben gerade im Hochrisikobereich oder eben auch jetzt Kapitalmarktrecht M&A Das sind Themen Da ist eben das Risiko so groß, aber eben auch das Spezialwissen.

00:27:21: Das erforderlich ist so hoch, dass wird man noch lange glaube ich nicht über KI abbilden können.

00:27:28: Das heißt auch dort wird sich immer noch das klassische Stundenabrechnungsmodell sicherlich weiter durchsetzen.

00:27:37: Aber ich glaube es wird sich auch im Kanzlei-Bereich wesentlich verändern.

00:27:40: Es gibt ja jetzt auch schon die Hauptangebote... von Konsleien, die auch sagen wir sind günstig und erstellen das über KI so lange der Mandant eben einverstanden ist.

00:27:53: Und eben dieses Preismodell für vorteilhaft befindet.

00:27:59: aber ich glaube da ist auch auf mandanten Seite noch ein bisschen Zurückhaltung.

00:28:03: Aber ich glaube in die Richtung wird es schon auch zukünftig gehen.

00:28:07: Es könnte in die gleiche Richtung gehen, wie Sie vorhin selber über sich die Zukunft sagten.

00:28:11: Nämlich dass man die Arbeit, die eh nicht so interessant war automatisieren kann und sich dann doch mehr um die wirkliche Beratung kümmert Ja und dass die eben nicht ersetzt wird, sondern gerade da ist es ja eben spannend.

00:28:24: Und dann haben natürlich auch die Kanzleien, die ja auch über viel internes Wissen verfügen was die KI also offene KI jedenfalls nicht hat.

00:28:33: Da müssen sie natürlich dann gucken das sie dort das weiterhin monitorisieren ihr Spezialwissen.

00:28:38: Also ich denke so geht's jedenfalls ein paar Jahre weiter.

00:28:42: was dann irgendwann mal ist das weiß ja auch keiner.

00:28:44: aber Ich denke die nächsten fünf bis zehn Jahre ist das nochmal alles so und die Software wird weiter helfen, was sie ja auch schon in den letzten zwanzig Jahren gemacht hat.

00:28:52: Wenn man überlegt, was da Software gemacht hat – auch wenn KI ein bisschen etwas anderes ist.

00:28:59: Also ich würde sagen wir sind am Ende zeitlich.

00:29:02: Das heißt vielen vielen Dank Hamut für die Einblicke in die Zukunft und in ihre Rechtsabteilung.

00:29:08: Danke schön!

00:29:09: Vielen vielen Dank.

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